Im Folgenden erzähle ich detailliert die Erlebnisse meiner, oder besser unserer, Reise in die ungarische Hauptstadt, die nach nicht einmal 16 Stunden in Budapest abgebrochen werden musste. Der geneigte Leser kann versichert sein, dass ich alle Vorkommnisse wahrheitsgetreu wiedergebe und möge mir daher verzeihen, wenn der eine oder andere Abschnitt etwas gar langatmig geworden ist und die Budapest-Tagebücher sich über viele Einträge hinziehen. Ich glaube aber, dass es sich auszahlt, alles zu lesen …
Geliebtes Tagebuch,
ich schritt also, begleitet von meinem Mädchen, das sich gekonnt bei mir untergehakt hatte und von dem fixen Vorsatz beseelt, meine Rechnung zu begleichen und diesen Sündenpfuhl zu verlassen, auf den Ausgang und die Bar zu, die den selbigen flankierte, und verlangte nach meiner Rechnung. Mir schwante Schlimmstes und ich rechnete daher mit einem Betrag von etwa 70 Euro, was die erregte Diskussion meiner drei noch übrigen Gefährten mit dem Türsteher zwei Meter links von mir erklärt hätte. Als mir mein Mädchen aber den Betrag nannte, musste ich sofort mein Handy als Taschenrechner zu Hilfe ziehen, denn meine Kopfrechnung schien mir unmöglich stimmen zu können. Was sie dann doch tat: 35.000 Forinth ergeben ca. 140 Euro. Pro Person, wohlgemerkt.
Schnell merkte ich an meinen Gefährten, die schon länger im Rechnungslegungsvorgang verstrickt waren, dass sich mit Handeln da nichts spielen wird – ich fing verschiedene Gesprächsfetzen aus ihrer Diskussion auf. So meinte einer der Türsteher erbost zu S., während er auf die Goldstücke eines Mädchens deutete: "Do you think this is for free?!" Ich erklärte mich also dazu bereit, ohne weiteres Murren zu bezahlen – schließlich hatte ich meine Zeit im Lokal nach anfänglichen Angstanfällen ganz nett gefunden und ich akzeptierte, dass wir Bauernkinder vom Land übertölpelt und abgezockt wurden.
Natürlich hatte ich nicht soviel Bargeld bei mir, daher wurde mir die Möglichkeit eröffnet, mit meinem Mädchen zum Bankomaten zu gehen, damit ich dort das Geld beheben könne. Vorher musste aber noch auf Englisch der Unterschied zwischen Bankomat und Kreditkarte geklärt werden, denn meine drei Gefährten hatten zwar keine Kreditkarte bei sich, eine Bankomatkarte aber sehr wohl, was, wie ich später erfuhr, die Türsteher zu der Meinung brachte, meine Gefährten könnten ihre Zeche nicht bezahlen. Deren Aufforderungen, ich solle für S., C2. und G. bezahlen, kam ich natürlich nicht nach – wer trinkt und schaut muss auch zahlen können und genau wie ich den niederschmetternden Gang zum Bankomaten antreten. Ich durfte musste aber eine Anzahlung von 10.000 Forinth leisten, denn soviel hatte ich etwa in bar bei mir (wie ich auf die entsprechende Frage hin angab).
Schließlich erklärte mir mein Mädchen, dass sie sich schnell umziehen gehen würde (ihr Mini-Bikini war ihr wohl etwas zu kühl für den Weg), ich solle mich in der Zwischenzeit setzen und ein Bier auf Kosten des Hauses genießen. Gesagt, getan – kurze Zeit später erschien sie wieder und begleitete mich nach oben und draußen; meine drei übrigen Gefährten diskutierten zu diesem Zeitpunkt noch immer aufgebracht. Zusammen mit meiner Dame und einem muskulösen Begleiter machte ich mich auf den Weg zum nächsten Bankomaten (ca. 7 Minuten Fußweg). Ich unterhielt mich äußerst nett mit ihr und sie machte mich auf ein Werbeplakat für betreffendes Lokal aufmerksam, auf dem sie abgebildet war. Das bestärkte mich in meiner Überzeugung, die weibliche "A-Charge" des Nachklubs abbekommen zu haben.
Am Bankomaten zog ich mir die übrigen 25.000 Forinth und machte mich mit meinen beiden Begleitern auf den Weg zurück ins Etablissement, wo ich wieder nach unten geführt wurde und an der Bar meine Rechnung beglich. Danach wollte ich endgültig den Laden verlassen, wurde aber mit dem Einwand aufgehalten, dass ich erst dann gehen dürfe, wenn alle meiner Freunde bezahlt hätten – ich solle mich bitte setzen und noch ein Bier auf Kosten des Hauses genießen – meinen Beteuerungen, dass es sich bei den Herren mitnichten um meine Freunde, sondern um irgendwelches Gesindel handelte, wurden kein Glauben geschenkt. Daher ließ ich mich wieder nieder, trank mein gratis Bier und auch mein Mädchen gesellte sich (noch in der Straßenkleidung) wieder zu mir . Endlich war ich entspannt genug, ihr all jene Fragen zu stellen, die ich schon immer einer Prostituierten stellen wollte: Wie alt sie sei (22 Jahre), wie viel Geld sie von meinen 35.000 Forinth bekommen würde (8.000), ob sie Sex mit ihren Kunden habe (Nein, nur tanzen) und so weiter.
Das blonde Mädchen schaffte es perfekt, mir immer genau das zu antworten, was ich hören wollte – ich muss zugeben, dass ich das Gespräch mit ihr sehr genoss *. Ich plauderte sicher an die zwanzig Minuten mit ihr, trank noch ein gratis Bier sowie die übrig gebliebenen meiner Gefährten, bis sich endlich die Diskussion am Ausgang auflöste, ich mich von meinem Mädchen verabschiedete, noch einen gratis Schnaps zum Abschied trank und schließlich die Wendeltreppe nach oben ging, nicht ohne noch von den Türstehern auf die Möglichkeiten eines günstigen "Private Dance" (Kostenpunkt: 10.000 Forinth) oder Sex mit einem der Mädchen hingewiesen zu werden, mit fast ausschließlich guten Erinnerungen an meinen ersten Besuch in einem Puff. Kaum draußen in der kalten Nachtluft wartete aber schon der nächste Twist …
* Vor einiger Zeit habe ich über das Buch "Die Berliner Orgie" geschrieben, in dem ein Autor die Berliner Rotlichtszene erkundete und über seine Erfahrungen schrieb. Erst seit meinem Besuch in jenem Nachtklub verstehe ich, was er meinte, wenn er davon erzählte, dass die Mädchen es hervorragend verstehen, den Männern ein angenehmes Gefühl des Geschätzt-Werdens zu vermitteln, auch wenn einem zu jedem Zeitpunkt ganz klar ist, dass sie es nur des Geldes wegen machen.